Mit Boule verbinden viele Deutsche das vorwiegend von älteren Franzosen auf französischen Plätzen ausgetragene Freizeit-Kugel-Spiel. Die Franzosen nennen dieses Spiel aber Pétanque. Das Spiel auf öffentlichen Plätzen ist die Freizeitvariante einer Sportart, die auf oder in Vereinsanlagen (Bouleplatz, frz.: Boulodrome oder Boulehallen) ausgetragen wird.

In Deutschland wurde die Freizeitvariante vor allem von Frankreich-Urlaubern "importiert" und meist Boule genannt. In den Spielregeln lehnen sich die Freizeitspieler an die Pétanque-Regeln an.

Ansprechpartner:
Hans-Jochen Hinneburg
0 21 61 - 2 32 68
 

Spielablauf

Beim Pétanque stehen sich immer zwei Parteien gegenüber, jede verfügt über die gleiche Anzahl Kugeln. Folgende Formationen sind üblich:

  • 1 Spieler gegen 1 Spieler (tête à tête) – 3 Kugeln pro Spieler (6 Kugeln)
  • 2 Spieler gegen 2 Spieler (doublette) – 3 Kugeln pro Spieler (12 Kugeln)
  • 3 Spieler gegen 3 Spieler (triplette) – 2 Kugeln pro Spieler (12 Kugeln)

Ziel ist es, seine Kugeln näher an einer kleineren Zielkugel (fr. cochonnet, dt. Schweinchen) zu platzieren als der Gegner. Gespielt wird auf jedem Gelände; ein ebenes, glattes Spielfeld oder Banden wie bei der italienischen Variante, dem Boccia bzw. beim Bowls, ist nicht erforderlich. Das Spiel ohne abgegrenzte Spielfelder wird terrain libre (freies Feld, Gelände) genannt.

„Die Veranstalter oder der Schiedsrichter können den Mannschaften jedoch abgegrenzte Spielfelder zuweisen. In diesem Fall muss das Spielfeld bei nationalen und internationalen Meisterschaften mindestens 15 m in der Länge und 4 m in der Breite betragen. Bei anderen Wettbewerben kann der DPV eventuelle Abweichungen von diesen Mindestmaßen erlauben oder es den angeschlossenen Landesverbänden ermöglichen, den Abweichungen zuzustimmen. Dabei dürfen die Abmessungen von 12 m x 3 m jedoch nicht unterschritten werden.“. Das Feld kann mit Balken umgeben werden, dann müssen sich diese aber 30 cm jenseits einer Auslinie befinden. Es können auch besondere Spielfelder (zum Beispiel für Endspiele), so genannte Carrés dÙHonneur, angelegt werden, für die dieselben Regeln gelten.

Am Beginn wird ein Abwurfkreis von 35 bis 50cm Durchmesser gezogen. Seit Januar 2007 dürfen auch Wurfkreise aus Vollmaterial mit einem Durchmesser von 50 cm benutzt werden.  Der Zielkreis muss sich mindestens einen Meter vom verbotenen Gelände befinden.

Von diesem Kreis aus wird die Zielkugel auf eine Entfernung von 6 bis 10 Metern geworfen. Damit beginnt die erste Runde, die als Aufnahme bezeichnet wird. Die Mannschaft, welche die Zielkugel platziert hat, wirft auch die erste Kugel. Dabei ist zu beachten, während des Wurfvorganges mit beiden Füßen den Boden im Abwurfkreis zu berühren. Welcher Spieler aus einer Mannschaft einen Spielzug ausführt, ist prinzipiell nicht von Belang, die individuellen Spielstärken des einzelnen Mitspielers spielen bei der Spieltaktik aber eine wesentliche Rolle. Ebenso ist es einem Spieler freigestellt, aus dem Stand oder aus der Hocke den Spielzug auszuführen.

Die andere, zweite Mannschaft ist nun so lange am Zug, bis sie eine Kugel näher an der Zielkugel liegen hat als die erste Mannschaft, oder bis sie keine Kugeln mehr zur Verfügung hat. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, eine Kugel der eigenen Mannschaft als beste Kugel zu spielen. Entweder wird eine eigene Kugel besser platziert als die beste Kugel des Gegners („Legen“), oder die bisher beste Kugel wird zugunsten einer eigenen Kugel vom Schweinchen entfernt („Schießen“). Schwieriger, aber auch möglich, ist das Anstoßen der Zielkugel, dies kann die Situation in der Aufnahme völlig verändern.

Die Zielkugel ist gültig, wenn sie mindestens min. 3m bis max. 20m vom äußeren vorderen Rand des Abwurfkreises entfernt zum Liegen kommt. Die Zielkugel wird ungültig wenn, sie auf verbotenes Gelände gerät, auch wenn sie von dort zurückkommt. Die Spielkugel ist allerdings nur ungültig, wenn sie mit vollem Umfang die Auslinie des Spielgeländes überschreitet. Die Zielkugel ist auch ungültig, wenn sie von einem anderen Gegenstand als einer Spielkugel verdeckt wird. Als verbotenes Gelände gilt auch eine Pfütze, wenn die Zielkugel darin schwimmt.

Die Kugel wird auch auf benachbarten abgegrenzten Spielfeldern weitergespielt. Seit 2007 wird aber nicht mehr in Feldern jenseits der Nachbarfelder weitergespielt. Auf Turnieren wird oft (allerdings regelwidrig) die Verabredung getroffen, carrée zu spielen, das heißt, nur innerhalb der abgegrenzten Spielfelder.

Wenn alle Kugeln beider Mannschaften gespielt wurden, ist die Aufnahme beendet und es wird gezählt. Die beste Kugel bringt einen Punkt für die Mannschaft, der die Kugel gehört. Ist die zweitbeste Kugel von der gleichen Mannschaft, zählt sie einen weiteren Punkt, und so weiter, bis bei der besten Kugel des Gegners die Zählung abbricht. In einer Aufnahme können also 1 bis 3 (tête-à-tête) oder bis zu 6 Punkte (doublettes und triplettes) erzielt werden.

Dann beginnt die nächste Aufnahme wiederum mit dem Wurf des Schweinchens durch die Mannschaft, welche die vorige Aufnahme gewonnen hat. Eine Partie geht bis 13 Punkte, so ist sichergestellt, dass mindestens drei Aufnahmen gespielt werden. Ausnahmen sind die Finalspiele von Meisterschaften: Diese Partien können bis 15 Punkte gespielt werden. Das Finale der Weltmeisterschaft wird immer bis 15 Punkte gespielt. „Es besteht jedoch die Möglichkeit, die Vorrunden- (‚poules‘) oder die Entscheidungsspiele  (,cadrage‘) nur bis zum Erreichen von 11 Punkten zu spielen.“

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