Fotolia 67570003 S

Auf Cozumel, einer ca. 62 km langen und 21 km breiten Insel vor Yukatan, Bundesstaat Quintana Roo, fand die ITU Weltmeisterschaft über mehre Disziplinen und etlichen Kategorien statt.

Nach 21 stündiger Zug- Flug- Schiff und PKW-Reise war der Zielort erreicht. Allein die Reise in die Karibik war schon ein kleines Abenteuer. Dort angekommen, fühlte man sich wie in einer anderen Welt.  Flamingos, Leguane welche den Weg queren und bunte Fische im 29 Grad warmen Meereswasser, sorgten für traumhafte Eindrücke, welche man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Dazu kommt dann noch ein Klima mit heißen Temperaturen und enorm hoher Luftfeuchtigkeit.

Ein paar Tage Akklimatisierung waren schon nötig. Steffi Meyers und Ralf Laermann vom TV 1848 Mönchengladbach, hatten die weite Reise gewagt. Es waren zunächst aber auch nur formelle Dinge zu erledigen, wie Race-Briefing, Startunterlagenabholung, ID Lizenzkontrolle und Check-in der Sportgeräte. Das fand statt vor Ort in St. Miguel, die Hauptstadt der Insel, ca. 80.000 Einwohner, mit vielen romantischen Gassen im Kolonialstil gebauter Häuser vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert, gemischt mit modernen Hotelanlagen und offenen lebhaften Plätzen, die mit tropischen Pflanzen gesäumt waren. So konnte man sich schon etwas akklimatisieren.

Insgesamt nahmen über 5.000 Athleten aus 71 Ländern teil.

Mittwoch, 14.09.2016 - Aquathlon-WM

Mit dabei war die Wegbergerin Steffi Meyers. Es war ihre erste Weltmeisterschaftsteilnahme. Als Vize-Europameisterin der AK W 50 aus 2015 war sie direkt qualifiziert. 2500 m Laufen - 1000 m Schwimmen und 2500 m Laufen waren zu absolvieren. Steffi Meyers zeigte eine hervorragende Laufleistung und kam als 8te in die Wechselzone. Schuhe aus, Schwimmbrille und Kappe im Laufen übergezogen rannte sie zum Ponton, als 7te sprang sie ins Meer. Doch unter diesen erstmalig ungewohnten Bedingungen, im offenen Meer und ohne Neoprenanzug, blieb sie hinter ihren Möglichkeiten. Sie verlor ein paar Plätze. Als 12te ging sie auf die Laufpiste und konnte sich hier noch mal auf Platz 10 nach vorne arbeiten. TOP 10 - damit war sie hochzufrieden. Die Endzeit betrug 48:56 Minuten. Es siegte die Norwegerin bzw. Titelverteidigerin Hegvold vor der Australierin Paffrey und der Britin Hill.

Donnerstag, 15.09.2016 - WM Triathlon Sprintdistanz (750-20-5)

Ralf Laermann, der auf der kürzesten Triathlon-Distanz die eigentliche Paradedisziplin hat, war rechtzeig noch in Form gekommen, erwischte beim Schwimmen einen guten Tag. Mit 11:32 Min. kam er aus dem Wasser. Die Meeresströmung war zudem günstig. Zwar Platz 15 von 65 Teilnehmern in der AK, aber der Abstand zum führenden Mexikaner nur 1:12 Minuten. Die 400 m lange Wechselzone vom Meer bis zur Straße kam Laermann entgegen. Schwimmbrille ab, Helm auf, Startnummer an und los. Dann begann die Aufholjagd. Während der Fahrt werden erst die "eingeklickten" Radschuhe ganz angezogen. Mit einer perfekten Radleistung auf dem flachen Wendepunkt-Kurs an der mit Stränden gesäumten Küste entlang, schob er sich bis an die Spitze heran (die Führenden waren am Ende der Radstrecke in Sichtweite). Der zweite Wechsel in die Laufschuhe gelang perfekt. Als Dritter ging Laermann auf die Laufstrecke. Zunächst überholte er den US-Amerikaner Sam Switzer. Nach 100 m übernahm er die Gesamt-Führung. Es war sehr heiß, 36° C im Schatten, aber die Laufstrecke hatte keinen Schatten. Der Mexikaner blieb dran. Ralf Laermann erhöhte etwas das Tempo.

Schnell waren 10 m zwischen ihm und Jose Conzalez Davilla. Doch der kam wieder näher, angefeuert durch die Rufe seiner Landsleute, ließ er sich nicht abschütteln. So wollte es der 58jährige eben auf den Zielspurt ankommen lassen. Auf dem Papier der bessere Läufer, führte bis 300 m vor dem Ziel. Dann zog der vermeintlich schwächere Läufer aus Mexiko, mit großen Schritten vorbei. Laermann versuchte dran zu bleiben. "Mir wurde schwarz vor Augen - die Hitze. Es ging nicht. ich dachte mein Kopf platzt. Ich musste rausnehmen." 13 Sekunden hatte der Ex-Profi aus Mexiko (bis vor 18 Jahren noch regelmäßig im Weltcup zu finden) dann am Ende Vorsprung. (Reine Laufzeit von Laermann 19:44 Min. über 5 km) Ralf Laermann hatte schon von seinem nächsten Weltmeistertitel geträumt. „Damit hatte ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gerechnet". Nach 1:05:33 Std. finishte er als Vize-Weltmeister der AK M 55.  Der Australier Neals Pugh wurde mit 1:06:28 Std. Dritter. Dennoch war Laermann mit der Silbermedaille bei der WM hochzufrieden, hatte es doch bislang in der Saison 2016 "nur" Silber und Bronze bei EMs gegeben.

Sonntag, 18.09.2016 - WM Olympische Distanz (1500-40-10)

Aufgrund der hohen Temperaturen waren die Startzeiten auch hier wieder früh in den Morgen gelegt. Ab 6:45 Uhr wurde Kategorie für Kategorie im 5 Minuten Abstand losgeschickt. Von den Altersklassen über die Paratriathleten, A Jugend, U23 bis hin zu den Profis.

Diesmal war Alles anders. Es lief nicht nach Wunsch. Die starke Meeres-Strömung kam aus der anderen Richtung.

Das bedeutete im Wasser "Schwerstarbeit". Die Strecke brauchte erheblich mehr Zeit und die Abstände waren entsprechend groß, ungewöhnlich groß. Mit 8 Minuten Rückstand auf den Vierten kam Laermann als 17ter aus dem Wasser. Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, eigentlich ist es aussichtslos. Doch abgerechnet wird zum Schluss. Er gab auf dem Rad noch einmal alles. Mit einem 40 km/h Schnitt fuhr er auf den vierten Platz vor. Er hatte den schnellsten Schwimmer, den Kolumbianer Jaenicke sogar eingeholt. Nachdem er den Engländer Bourne (amtierender Europameister Olympische Distanz) zu Beginn des 10 km-Laufes überholt hatte, lag er kurze Zeit auf Platz 3. Doch die Freude blieb nicht lange. Der US Amerikaner M. Smith, der später Bronze ergatterte, überholte ihn. Jose Conzalez Davilla aus Mexico behielt seinen zweiten Rang. Der US Boy Kyle Welch siegte mit 2 Minuten Vorsprung und holte sich Gold. Ralf Laermann (Endzeit: 2:18:51 Std.) blieb nur der undankbare 4te Platz vor dem Japaner Masakatsu Kawamura. Die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit machte allen zu schaffen. Die Zeiten spiegelten das wieder.

Viele mussten gehen; etliche mussten aufgeben. Sogar der Ex-Weltmeister Brownlee (GB) brach im Elite-Rennen zusammen und verlor damit noch den Titel.

Steffi Meyers, die sich in der abgelaufenen Saison 2016 bei verschiedenen Disziplinen/Distanzen in Deutschen Meisterschaften mit guten Platzierungen (Platz 3 in Ulm, Platz 4 in Alsdorf (Duathlon) Platz 4 in Düsseldorf (Triathlon-Sprint) und Platz 6 in Immenstadt (Olymp. Distanz) empfohlen hatte, somit auch ihre Nominierung für die Altersklassen-Nationalmannschaft erreichte, zeigte über die Olympische Distanz ein ausgeglichenes gutes Rennen: Schwimmen 28te, Rad 27te, Laufen 32te. Sie kam nach 2:50:52 Std. ins Ziel. Mit Rang 31 war es zum Schluss auch der anvisierte Mittelfeldplatz in einem äußerst stark besetzten Teilnehmerinnenfeld, wie es eben bei einer Weltmeisterschaft so ist. Es siegte die US Amerikanerin Linda Robb.

Ralf Laermann
Triathlonabteilung

Seite durchsuchen